Südafrika in Coronazeiten

Wir machen den Test - wie ist es wirklich?

Claudia, Sigrid, Stefan und Guide Waynand vor Ort

Südafrika in Coronazeiten – Teil 1

Reisen&Speisen für Euch vor Ort…

Im Sommer 2020 haben wir auf verschiedenen Reisen nach Griechenland und Spanien getestet wie Reisen zu Coronazeiten funktioniert. Seitdem ist nicht viel passiert in der Reisewelt. Wir haben immer noch eine Pandemie und für die meisten Länder gilt eine Reisewarnung.

Wir sind trotzdem wieder für Euch unterwegs. Nicht nur um uns ein Bild der Lage zu machen, sondern auch um Foto und Filmmaterial für zukünftige Reisen zu produzieren, die wir gerne wieder mit Euch erleben möchten. Doch dieses Mal sind wir nicht in Europa geblieben, sondern nach Südafrika aufgebrochen.

Südafrika? War da nicht was mit Corona? War das Land nicht besonders stark betroffen? Ja das war es. Gut sechs Monate lang wurde ein sehr harter Lockdown verhängt. Die Grenzen zwischen den Bundesstaaten geschlossen. Es gab Ausgangsbeschränkungen, Alkohol- und Tabakverbote. Seit Jahresbeginn sinken die Inzidenzen. Am Tag unserer Abreise, am 09.04.2021 beträgt die Inzidenz gerade mal 9,3 (!) und in Kapstadt haben die Krankenhäuser vor ein paar Tagen gefeiert keine Corona Patienten mehr zu haben.

Wir werden in mehreren Teilen über unsere Tour berichten. Hier geht es erst mal um die Vorbereitungen, Anreise und die ersten Erlebnisse vor Ort in Kapstadt. Wir, das sind in diesem Fall Claudia, Sigrid und Stefan. Vor Ort werden wir von unserem erstklassigen Guide Wynand betreut, der auch schon die letzte Südafrikareise von Reisen&Speisen begleitet hat.

Vorbereitungen

Der internationale Tourismus ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Entsprechend wenige Flugverbindungen gibt es. Lufthansa fliegt seit Ende März wieder ein paar Mal pro Woche die Strecke Frankfurt – Kapstadt. Voraussetzung zum Reisen ist ein negativer PCR Test, der bei Abreise nicht älter als 72 Stunden sein darf, sowie ein ausgefülltes Gesundheitsformular für Südafrika.

Im Coronatestzentrum Ochsenwerder machen wir am Mittwochabend bei Arne und Elisabeth den PCR Test. In angenehmer Atmosphäre ist das gar nicht schlimm. Wir bekommen alles genau erklärt und bekommen sogar noch einen Schokoriegel zur Belohnung. Etwa 16 Stunden später bekommen wir unsere (negativen) Testergebnisse vom Labor. Das Formular der südafrikanischen Gesundheitsbehörde ist schnell und einfach ausgefüllt. 23 Stunden vor Abflug steht unser Flug zum online check in bereit. Doch genau dieser check in funktioniert für uns nicht. Da wir nicht nur von Hamburg nach Frankfurt fliegen, sondern weiter nach Kapstadt und dafür der negative PCR Test Bedingung ist, müssen wir am Flughafen einchecken, wo eben dieses Testzertifikat vorgezeigt werden muss.

Das Check-in geht rasend schnell und die Sicherheitskontrolle noch schneller – es ist nichts los am Freitagnachmittag auf dem Hamburger Flughafen. Alle Geschäfte haben geschlossen und nur an einer Stelle werden Getränke und einfache Snacks angeboten. Der Flug von Hamburg nach Frankfurt ist wieder erwarten gut gebucht – schätzungsweise 80-90% Auslastung. Nach 45 Minuten landen wir in Frankfurt. Der Frankfurter Flughafen ist beinahe beängstigend leer. Wir haben gute drei Stunden Aufenthalt, gehen erst mal schnell durch die Grenzkontrolle und sind dann im internationalen Bereich. Bis auf einen großen Duty-Free Shop, sowie einen kleinen Shop für Snacks und Getränke (total überteuert) ist alles zu.

Gegen 21:30 Uhr beginnt das Boarding. Gerade einmal 61 der 279 Sitze des A340-300 sind belegt. Aufgrund eines medizinischen Notfalls (nein, nicht wegen Corona – es sind ja alle an Bord negativ getestet) müssen wir den Weg zu Startbahn unterbrechen. Mit etwas Verzögerung starten wir kurz vor 23.00 Uhr. Eine Dreiviertelstunde später gibt es endlich Abendessen. Aufgrund der Corona Situation ist der Service eingeschränkt – stark eingeschränkt. Es gibt nur einen Getränkeservice zu den Mahlzeiten, sowie nach dem Abendessen eine 0,5l Flasche Wasser (für einen 11,5 Stunden). Das Abendessen besteht aus einem vegetarischen Pasta Gericht mit kleinem Salat, einem winzigen Stück Kuchen und dem obligatorischen Brötchen. Eine Stunde vor der Landung erfolgt der zweite Getränkeservice und das Frühstück (ein Wrap, kleiner Joghurt und ein Müsliriegel). Für einen 11,5 Stunden Flug + Boarding- und Wartezeit ist das definitiv zu wenig. Eine Stewardess erklärt uns, dass Lufthansa in der Pandemie spart wo es nur geht: Weniger Personal in der Kabine und eingeschränkter Service.

Hamburg Airport am 04. August 2020

Leeres Terminal in Frankfurt

Hamburg Airport
Hamburg Airport

LH 576 bringt uns nach Kapstadt. Der Service ist derzeit stark eingeschränkt. Auf dem Rückflug benenne ich die Airline in „Hungerhansa“ um.

Hamburger Flughafen
Hamburger Flughafen

Ankunft in Kapstadt

Um 10:25 Uhr landen wir in Kapstadt. Das Aussteigen erfolgt nach Sitzreihen. Gleich hinter der Fluggastbrücke wird das Zertifikat des PCR Tests zum dritten Mal geprüft. Ein Beamter checkt das Gesundheitsformular und misst Fieber. Dann geht es direkt zur Passkontrolle, die wir ohne Wartezeit durchlaufen. Am Bagage Claim warten schon die Koffer auf uns. Vom Verlassen des Flugzeugs bis zur Entgegennahme der Koffer haben wir etwa 10 Minuten gebraucht – es ist halt nichts los.

Unser Guide Wynand wartet schon auf uns. Für ihn sind wir seit viel zu vielen Monaten die ersten Gäste. Auf dem Weg zum Hotel wird zum ersten Mal deutlich was die Auswirkungen der Pandemie sind: Elend und Armut wächst. Viele Menschen haben hier ihren Job verloren – nicht nur aus dem Touristiksektor – und sind nun obdachlos. Sie wohnen in behelfsmäßig gebastelten Unterkünften. Meist eine Mischung aus Zelt und Wellblechhütte – mitten am Straßenrand.

Unser Hotel, das Radisson Blue Granger Bay, Waterfront, ist dazu ein krasser Kontrast. Noch im Auto, bei der Einfahrt auf den Parkplatz, wird wieder unsere Temperatur gemessen und die Kontaktdaten notiert. Beim Betreten des Hotels werden erst einmal die Hände desinfiziert. Wir checken ein und werden zu unseren Zimmern gebracht. Es ist unterdessen 12:15 Uhr. Die Sonne scheint, es ist angenehm warm und der Tafelberg ist vom Hotel aus ohne Wolkenbehang zu sehen. Das müssen wir ausnutzen: denn bei Wolken und Wind fährt die Seilbahn nicht!

Endlich wieder über den Wolken

Normalerweise muss man locker eine Stunde Wartezeit einplanen um auf den Tafelberg zu kommen. Durch die Pandemie sind praktisch keine Touristen im Land. Wir können sofort unsere Tickets kaufen und hochfahren. Von oben genießen wir einen fantastischen Ausblick und erfahren viel über Flora und Fauna des Tafelbergs.

Wieder unten geht es auf den Signal Hill und anschließend nach BoKaap mit den bunten Häusern, bevor es zurück ins Hotel geht. 

Hamburger Flughafen
Endlich wieder über den Wolken
gelandet auf Rhodos

Wir machen uns etwas frisch und gehen zum Essen an die Waterfront von Kapstadt. Leben! Von zu Hause ist man das schon gar nicht mehr gewöhnt: hier ist Leben an der Waterfront. Die Geschäfte, Bars, und Restaurants haben geöffnet. Das Riesenrad dreht sich, Musiker und Künstler unterhalten das Publikum.

Kurz darauf sitzen wir auf der Terrasse eines Restaurants am Hafen – mit Blick auf den Tafelberg und halten unser erstes Glas Wein in der Hand. „Wann waren wir eigentlich das letzte Mal in einem Restaurant?“, schießt mir die Frage in den Kopf. Wir überlegen: Bei jedem von uns ist es schon mehr als ein halbes Jahr her… .

Aquagrand auf Rhodos

Vor Corona haben wir hier keine Angst. Im Gegenteil: wir fühlen uns hier sicherer als zu Hause! Nicht nur wegen der viel niedrigeren Inzidenz, sondern auch weil man die Maßnahmen hier viel gewissenhafter und genauer umsetzt als daheim:

Überall wird die Temperatur gemessen. Man kann kein Restaurant oder Geschäft betreten ohne die Hände zu desinfizieren und überall, auch draußen in der Öffentlichkeit wird Maske getragen. In den Restaurants werden die Kontaktdaten vom Personal erfasst und eine funktionierende und verpflichtende(!) Warn-App gibt es auch.

Soviel zum Anfang von dieser wahnsinnig schönen und tollen Tour. Einer Tour, die uns nicht nur die Schönheit des Landes zeigt, sondern uns auch endlich mal wieder Normalität erleben lässt – etwas, dass wir jetzt, wo wieder zurück in Deutschland sind, schon wieder ganz schrecklich vermissen. Aber wir haben auch hinter die Kulissen geguckt. Mit Menschen gesprochen wie sie das Land in der Pandemie erleben, denn die Kollateralschäden durch Lockdown und ausbleibendem Tourismus sind immens – weltweit.

Seid gespannt auf die nächsten Folgen…

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